Es ist schon eine Weile her, dass ich etwas zu E-Autos, Ladetarifen, THG-Quote usw. gepostet habe. Da wird es Zeit, sich mal den aktuellen Stand zu diesen Themen anzuschauen. Bei den Ladetarifen für E-Autos gab es ja durchaus diverse Veränderungen. Leider ist es immer noch ein ziemlicher Dschungel und insbesondere für Einsteiger nicht immer trivial, die richtige Wahl zu finden.
Da ich nun auch nicht mehr bei Maingau mein Gas beziehe und den Strom über Tibber beziehe, kann ich nicht mehr von den Kundentarifen profitieren. Bisher hatte ich die Maingau Ladekarte gerne bei AC-Ladungen im Urlaub genutzt. Im Juni haben wir darüber hinaus geplant, eventuell mit dem Kia EV6 nach Spanien zu fahren. Daher habe ich mir die aktuelle Tarife mal wieder angeschaut und eine kleine Aufstellung erstellt, die ich mir immer ins Auto lege.
Die Empfehlungen der Ladetarife richtet sich in erster Linie an E-Autofahrer, die normalerweise zu Hause oder beim Arbeitgeber laden können und öffentlich nur im Urlaub oder auf längeren Fahrten laden müssen. Damit eignen sich in erste Linie Ladekarte ohne Grundgebühr oder Ladeanbieter, bei denen man monatlich den Tarif kündigen bzw. wechseln kann.
Muß man regelmäßig öffentlich laden, dann gibt es noch diverse Alternativen bei den Anbietern mit monatlichen Gebühren. Hier macht es in der Regel Sinn, sich auch bei den lokalen Anbietern umzuschauen bzw. nach Apps mit besonderen Angeboten zu schauen. Für AC-Ladungen sind auch die Ladestationen bei diversen Geschäften ggf. interessant. Sie sind in der Regel deutlich günstiger, man muß dann aber meist die Apps der Geschäfte nutzen, wie beispielsweise bei Kaufland.
Meine aktuellen Ladekarten
Bei der Auswahl meiner Ladekarten hat sich eigentlich nicht viel geändert. Aktuell habe ich Ladekarten von EnBW, Maingau, Shell Recharge und EWE Go. Zusätzlich habe ich noch diverse Apps installiert, die ich aber eher selten nutze und meist keine günstigeren Preise bieten. Hier ist der Anbieter MVV eMotion ggf. noch ganz interessant.
EnBW ist durchaus ein Anbieter, den ich gerne nutzen würden, weil es viele Ladeparks gibt und ich keine App oder Ladekarte benötige. Der EV6 ist hier für die Autocharge-Funktion frei geschaltet. Einfach nur den Stecker einstecken und das war es. Leider könnte der Preis günstiger sein. EnBW hat mittlerweile ein sehr schön einfaches Preismodell entwickelt. Leider ist der große Abo-Tarif deutlich teurer, als das aktuelle Ionity Angebot. Da es keinen Sinn macht, zwei Abo-Modell für Urlaubsfahrten zu nutzen, muß man sich hier entscheiden, ob man eher auf das Angebot von EnBW mit leicht höheren Kosten zurück greift oder das Angebot von Ionity nutzt.
Maingau war bisher immer meine bevorzugte Karte für das AC-Laden. Sie haben zwar ein sehr einfaches Preismodell sind dafür im Ausland nicht mehr der günstigste Anbieter. Wenn man Urlaub in Deutschland macht und AC-Laden möchte, dann ist Maingau durchaus noch der Ladetarif der Wahl. Eventuell findet man aber lokale Anbieter, die noch etwas günstiger sind. Das wäre mir aber zu aufwendig.
EWE Go ist aktuell wohl einer des besten Anbieter, wenn es um ein einfaches Preismodell geht. Hier gibt es nur die Unterscheidung zwischen EWE Go und anderen Anbietern. Es wird nicht nach der Ladegeschwindigkeit unterschieden und außerdem gibt es keine Blockiergebühren. Eine Ladekarte gibt es kostenfrei. Da auch die Preise eher auf der günstige Seite liegen, ist EWE Go ein Ladeanbieter, den man immer in seiner Auswahl haben sollte.
Das Preismodell von ShellRecharge ist mir ehrlich gesagt ein kleines Rätsel. Die Preise für AC-Ladungen im ShellRecharge Netzwerk muß man immer in der App prüfen. Das ist genauso blöd, wie bei EnWB und für mich nicht wirklich nutzbar, da ich Parkplätze mehr nach dem Zielort und nicht nur nach dem Betreiber der Ladesäule auswähle. Beim Roaming gibt es anscheinend einheitliche Preise, warum man diese nicht sonst auch festlegen kann, verstehe ich nicht. ShellRecharge scheint insbesondere für das Ausland eine gute Alternative für AC-Ladungen zu sein. Insgesamt empfehle ShellRecharge immer als Notfallkarte, da ein recht großes Ladenetz abgedeckt wird.

Neu in meiner Übersicht ist der Anbieter Plugsurfing. Hier hatte ich schon immer eine App, die ich aber nie genutzt habe. Neulich gab es auch hier Anpassungen beim Preismodell. Interessant ist Kategorisierung der Tarife. So gibt es Preise für Lidl, Kaufland und Ionity, die durchaus interessant sind, insbesondere, wenn man die Kaufland App nicht nutzen möchte. Man darf aber auf keinen Fall bei Aral Pulse, EnBW, EWE Go, Monta und Vaylens nutzen. Die Preise sind reine Abzocke.
Ein recht übersichtliches Ladenetzwerk gibt es bei MVV eMotion. Dafür sind die Preise durchaus interessant. Hier habe ich mir auch die App vor einiger Zeit besorgt. Wenn man nachts an AC-Säulen laden möchte, dann ist der Anbieter eine gute Alternative, da keine Blockiergebühren zwischen 0:00 Uhr und 7:00 Uhr erhoben werden.
Mein absoluter Favorit für den Urlaub ist mittlerweile Ionity. Mit den Abomodellen kann man hier deutlich günstiger laden, als bei vielen Wettbewerbern. Da kann man nur hoffen, dass zukünftig dadurch die Ladesäulen nicht zu oft belegt sind. Sobald man auf Langstrecke mehr als 60kWh lädt, ist das Angebot Ionitiy Power die günstigste Option. Der Tarif lohnt sich daher auch schon bei eine einzelnen längeren Fahrt.
Meine aktuelle Tabelle der persönlichen Auswahl von E-Auto Ladetarifen
Die nachfolgende Tabelle drucke ich mir in der Regel aus und habe sie bei meinem Touren mit dem E-Auto immer dabei. Dann kann ich jeweils prüfen, welche Ladekarte bzw. welcher Anbieter bei den entsprechenden Ladesäulen am günstigsten ist. Wie oben bereits erwähnt, nutze ich für den Urlaub eigentlich nur noch Ionity mit dem großen Abo.

Die Tabelle ist so aufgebaut, dass mit den grün formatierten Zellen, die günstigsten Tarife angezeigt werden. Die blau markierten Zellen zeigen die beste Alternative an.
Im Urlaub würde ich dann eigentlich auch möglichst vermeiden, dass ich AC-Ladungen vornehmen muß. Allerdings befinden sich die Ionity-Säulen in der Regel auf Autobahnen oder in unmittelbarer Nähe. Daher kommt man wahrscheinlich um die ein oder andere AC-Ladung nicht herum. In diesem Fall würde ich auf die EnBW Ladekarte oder EWE Go zurück greifen, wobei EnBW wahrscheinlich häufiger funktionieren wird.
Zusätzlich würde ich immer prüfen, ob man bei irgendwelchen Geschäften ggf. günstiger laden kann. Kaufland und Lidl dürften ja relativ häufig zu finden sein. Allerdings würde ich dann auch die App von Kaufland nutzen. Die Preise liegen dann bei unschlagbaren 0,29€ (AC), 0,44€ (DC) und 0,47€ (HPC > 150kWh).
Wenn man eine DC Ladung vornehmen möchte und Ionity nicht zur Auswahl steht, dann würde ich persönlich bei EnBW laden oder deren Karte nutzen. Leider muß man hier in der App immer nach dem tatsächlichen Preis schauen, wenn man an fremden Säulen lädt. Eine Alternative wäre noch EWE Go, die man bei den beliebten Burger-Läden findet.
Interessant könnte ein recht neues Angebot von Cariqua sein. Quasi ein StartUp, was mal wieder ein neues Konzept versucht. Leider findet man hier wohl noch nicht viele der großen Anbieter. Die Idee ist aber, dass man immer den Preis des eigentlich Anbieters der Ladesäule zahlt, also kein Roaming-Aufschläge fällig werden. Weiterhin sollen über die App besondere Bonusprogramme angeboten werden, so dass man beispielsweise an einem Wochenende oder zu bestimmten Zeiten günstiger laden kann. Ich werde mir die App mal genauer anschauen und dann sicherlich darüber berichten.
Wie immer freue ich mich auf weitere Vorschläge von eurer Seite oder Erfahrungen mit meinen vorgeschlagenen Anbietern.