Der Februar war nun der erste Monat, in dem es keine weiteren Probleme mit unserer Wärmepumpe gab und diese komplett durchgelaufen ist. Auch der Heizstab kam nicht mehr zum Einsatz. Mit den Einstellungen der Wärmepumpe habe ich zwar noch ein wenig herum gespielt aber das sollte keine wesentlichen Auswirkungen haben.
Der Februar war relativ kalt und im Schnitt nur geringfügig wärmer, als der Januar. Daher sollte die Wärmeerzeugung eigentlich relativ ähnlich sein. Beim Stromverbrauch ist der Vergleich nicht wirklich möglich, da der Januar noch mit einigen Tagen belastet war, bei denen ausschließlich der Heizstab in Betrieb war. Übrigens wurde dann Ende Februar tatsächlich unsere komplette Ausseneinheit getauscht. Da flattert demnächst bestimmt auch die Rechnung rein und ich kann den ersten Bericht zur Darstellung der Wirtschaftlichkeit mit euch teilen.
Im nächsten Abschnitt erläutere ich kurz unsere Rahmenbedingung in Bezug auf die Wärmepumpe und unser Haus. Wer diese schon kennt kann direkt weiter springen.
Unsere Wärmepumpe und die Rahmenbedingungen
In einem früheren Artikel hatte ich bereits recht ausführlich unsere Wärmepumpe und unsere Heizgewohnheiten beschrieben. An dieser Stelle werde ich zukünftig immer die wesentlichen Stichpunkte darstellen, damit die Leser, die später dazu kommen, die Werte entsprechend zuordnen können.
Unser Haus
Lage | Zwischen Köln und Bonn |
Baujahr / Wohnfläche | 1992 / ca. 135qm |
Heizung | EG und OG: Fußbodenheizung / DG+Treppenhaus im Keller: Heizkörper (Dach Heizkörper mit Lüfter) |
Dämmung | Stand 1992 / Fenster auf 3-fach Verglasung ausgetauscht |
Photovoltaik | 9,86kWp |
Unsere Wärmepumpe
Heizung | Außen: Logatherm WLW-7 MB AR Innen: WLW186i-12 TP70. |
Warmwasser | Logalux SH290 |
Hydraulik | Systemtrennung mit Wärmeplattentauscher zw. HK1 und HK2&3 Heizkreis 1: Puffer-Heizkreis Heizkreis 2: Heizkörper (gemischt) Heizkreis 3: Fußbodenheizung (gemischt) |
Heizverhalten | Raumtemperaturen etwa um die 21,5 Grad |
Warmwasseraufbereitung | Eco+ mit Start unterhalb von 48 Grad und Stopp bei 55 Grad (aktuell über Timer in der Nacht, zum günstigsten Strompreis) |
Bei der Hydraulik hatte ich einige Diskussionen mit unserem Heizungsbauer. Buderus schreibt wohl eine Systemtrennung auf Grund unserer älteren Fußbodenheizung vor. Ob aber tatsächlich auch die Heizkörper als gemischter Heizkreis ausgelegt werden musste und vom eigentlich System getrennt werden mußte, bin ich mir nicht ganz sicher. Durch den Lüfter, den ich selbst unter der Heizung im Dachgeschoß angebracht habe, komme ich aber tatsächlich mit einer ähnlichen Vorlauftemperatur hin, wie bei der Fußbodenheizung. Nachteil der Systemtrennung ist natürlich, dass der Heizkreis 1 immer einen leicht höheren Vorlauf als die beiden anderen Heizkreise benötigt. Nach ersten Tests komme ich aber wohl mit einer Anhebung von ca. 2 Kelvin aus.
Kostenbasis für Vergleichsdarstellungen und Wirtschaftlichkeitsberechnungen
Da ich im Rahmen der Statistikdarstellungen möglichst auch Kostenvergleiche mit einer Gasheizung darstellen möchte, habe ich zum Jahreswechsel einen günstigen Gasanbieter heraus gesucht, den ich auch beim Weiterbetrieb meiner Gasheizung ausgewählt hätte. Meine Wahl wäre hier auf Yello gefallen. Der Arbeitspreis für Gas lag bei 11,06ct und der Grundpreis pro Monat bei 15,99€. Zusätzlich wurde ein Bonus von 283,75€ gewährt.
Bei den Strompreisen werde ich weiterhin meine Tibber-Preise nutzen, wie ich sie auch in meiner PV-Statistik verwende. Da meine Wärmepumpe in 2024 in Betrieb genommen wurde, komme ich auch in den Genuß der Netzentgeltvergütung nach §14a EnWG Modul 1. Diese werde ich komplett in der Preisberechnung für die Wärmepumpe einbeziehen. Zu dem Thema werde ich auch nochmal einen eigenen Beitrag erstellen. Zusätzlich nutze ich meinen aktuellen Gestehungspreis für den PV-Strom, wie ich ihn in meiner Wirtschaftlichkeitsberechnung der PV-Anlage ermittelt habe. Dieser beträgt aktuell 11,4ct pro kWh.
Bei Preisvergleichen zwischen Gasheizung und Wärmepumpe nehme ich einen Wirkungsgrad eines Brennwertgeräts an, welcher in etwa bei 95% liegt. Diese Vergleichsdarstellung ist sicherlich nur annähernd richtig. Auch die Gasheizung hat Strom verbraucht, den ich allerdings nicht gemessen habe. Laut Infos aus diversen Foren kann man wohl von einem Verbrauch von etwa 300 kWh im Jahr ausgehen. Streng genommen macht dieser Vergleich auch nur bei den Jahreswerten Sinn.
Energieerzeugung und Verbrauch im Februar 2025
Temperaturverlauf und Luftfeuchtigkeit
Zunächst werfen wir wieder einen Blick auf die Wetterdaten im Februar. Hierzu nutze ich die Klimadatenseite von Michael Theusner. Nachfolgend habe ich den Temperaturverlauf sowie die Luftfeuchtigkeit für den Februar 2025 dargestellt.


Im Schnitt hatten wir eine Temperatur von etwa 3,8 Grad Celsius. Im Januar waren es 3,2 Grad. Nachdem die ersten Tage noch recht kalt waren, war die letzte Woche im Februar bereits richtig Frühlingshaft. Die kalten Tage, mit einigen Werten deutlich unter 0 Grad Celsius, führten natürlich auch wieder zu vielen Abtauvorgängen. Die Luftfeuchtigkeit war im Schnitt nicht mehr ganz so hoch, wie im Januar (85%), sorgte an den vielen kalten Tagen aber auch dafür, dass die Wärmepumpe immer wieder vereiste.
Wärmeerzeugung unserer Wärmepumpe
Die nachfolgende Grafik zeigt die erzeugte Wärmeenergie unserer Wärmepumpe. Im Prinzip wurden in den ersten drei Wochen am Tag immer über 100kWh Wärme erzeugt, um die Wohnung warm zu halten. Der gelbe Balken stellt die Heizenergie dar und die blauen Balken zeigen den Wärmebedarf für die Warmwasseraufbereitung.
In Summe wurden 2.793kWh Wärmeenergie erzeugt. Hierbei entfielen auf die Heizung und auf das Warmwasser.

In der ersten Februar-Woche waren wir in Urlaub. In dieser Zeit hatte ich auch die Warmwasseraufbereitung ausgeschaltet. Die Heizung hätte ich wahrscheinlich in einen Absenkmodus versetzten können. Da es aber noch ziemlich kalt war und ich froh war, dass die Anlage zu diesem Zeitpunkt ohne Probleme durchlief, habe ich erst einmal nichts angepasst.
Als kältesten Tag habe ich den 4. Februar ausgewertet. In der folgenden Grafik habe ich den Verlauf der Außentemperatur sowie die Kurven für den Vorlauf des Puffer Kreislauf und des Fußboden Kreislauf dargestellt. An diesem Tag sieht man es noch nicht so extrem aber wir haben ein kleines „Problem“ mit der Position des Aussentemperaturfühlers. Am Nachmittag scheint die Sonne genau auf den Fühler, so dass die Temperatur entsprechend ansteigt, obwohl die eigentliche Lufttemperatur nicht so hoch ist.
Ansonsten sieht man in der Grafik sehr schön, wie die Vorlauftemperaturen regelmäßig runter gehen. Dies ist immer dann der Fall, wenn die Wärmepumpe in den Abtauvorgang schaltet. Das entsprechende Ventil schaltet dann um, wodurch dann Vorlauf und Rücklauf zwischen Aussen- und Innengerät umgedreht werden. Danach versucht die Wärmepumpe den „Ausfall“ wieder zu kompensieren, was dann zu einer kurzen Überregelung der Vorlauftemperatur führt.

Die nachfolgende Grafik zeigt die Wärmeerzeugung als stündlichen Wert über den Tag verteilt. Insgesamt wurden an diesem Tag 118kWh Wärmeenergie erzeugt. Um 7:00 Uhr sieht man eine relativ niedrige Energieerzeugung und danach einen recht hohen Wert. Dies liegt wiederum an dem Abtauvorgang, der wohl irgendwann nach 7:00 Uhr gestartet ist und ab 8:00 Uhr dazu geführt hat, dass die verlorene Heizenergie aufgeholt werden sollte.

Der wärmste Tag war der 21. Februar. Zum Vergleich habe ich hierzu auch nochmal den Temperaturverlauf und die Heizkurven dargestellt. Hier wurden knapp unter 55kWh Heizenergie und 9kWh Energie für das Warmwasser erzeugt. Um 13:00 Uhr sieht man eine starke Anhebung der Vorlauftemperatur. Dies ist eine kleine Testmaßnahme, damit auch nach der Warmwasseraufbereitung die Wärmepumpe weiter durchläuft und der Kompressor nicht ausschaltet. Hierzu werde ich nochmal einen eigenen Beitrag erstellen.

Da tagsüber der PV-Ertrag im Laufe des Februars immer besser wurde, habe ich die Warmwasseraufbereitung nun in die Mittagszeit gelegt. Damit wird Warmwasser nun zu einem größeren Teil mit PV-Strom erzeugt und die Außentemperaturen sind auch etwas höher, als in der Nacht und sollten für eine bessere Effizienz sorgen. Im Winter habe ich die Warmwassererzeugung immer in die Zeit mit dem günstigsten Strompreis gelegt.

Stromverbrauch unserer Wärmepumpe
Der Stromverbrauch war im Februar natürlich auch noch recht hoch. Da nun der Heizstab nicht mehr im Einsatz war, sollte er aber deutlich niedriger sein, als im Januar.
Der Stromverbrauch konnte im Februar sogar deutlich gesenkt werden. Natürlich lag das auch an der etwas geringeren Wärmeleistung, die benötigt wurde. In Summe hat die Wärmepumpe im Februar 874kWh verbraucht. Diesen Wert habe ich aus der Buderus App ermittelt. Ich habe die Wärmepumpe aber auch in das Sunny-Portal eingebunden. Hier wird mir für Februar ein Verbrauch von 860kWh angezeigt. Ich will nicht ausschließen, dass ich vielleicht noch ein paar Probleme bei der Einbindung der Wärmepumpe hatte. Die Abweichung ist aber auch nicht sehr groß.
Im Gesamtverbrauch von 874kWh sind 802kWh Verbrauch für die Heizung und 72kWh enthalten.

Die beiden folgenden Darstellungen zeigen den Stromverbrauch pro Stunde für den kältesten und wärmsten Tag im Februar.


Am kältesten Tag wurden 41kWh für die Heizung verbraucht. Warmwasser wurde an diesem Tag nicht erzeugt. Am wärmsten Tag reichten 12kWh für die Heizung und für das Warmwasser wurden 3kWh verbraucht.
PV-Strom für die Wärmepumpe
Wie bereits kurz erwähnt, sind die PV-Erträge im Februar wieder etwas angestiegen. Allerdings bewehen wir uns hier immer noch im niedrigen Bereich.
Für den Monat Februar wurden 14% Anteil des Stromverbrauchs mit PV-Strom versorgt. Gegenüber Januar hat sich der Anteil also in etwa verdoppelt. Damit konnten fast 42kWh PV-Strom für die Wärmepumpe genutzt werden. Am kältesten Tag lag der PV-Anteil bei 14% und am wärmsten Tag bereits bei 25%.
In der nachfolgenden Darstellung vom kältesten Tag sieht man den Verlauf der PV-Erzeugung und den Verbrauch der einzelnen Geräte (Wärmepumpe: blau). Zwischen 15:00 und 17:00 Uhr konnte die Wärmepumpe fast komplett mit PV-Strom betrieben werden.

Die folgende Grafik zeigt den Verlauf am wärmsten Tag. Man sieht, dass zwischen 10:00 und 17:00 Uhr der PV-Strom fast komplett gereicht hätte für die Wärmepumpe. Allerdings wurde auch noch das E-Auto geladen und auch die Powerstations sollten in der Zeit wieder aufgeladen werden.

Vergleich unserer neuen Wärmepumpe mit unserer bisherigen Gasheizung
Der Vergleich der Wärmepumpe mit unserer bisherigen Gasheizung ist natürlich nicht ganz so einfach. Schließlich kommt es auf den Temperaturverlauf im entsprechenden Monat an. Für einen groben Vergleich habe ich jedoch einfach mal versucht, die entsprechenden Werte gegenüber zu stellen. Leider musste ich feststellen, dass meine Protokollierung der Gasheizung in 2024 irgendwann nicht mehr richtig funktioniert hat und ich dies nicht mitbekommen habe. Die ersten Monate im Jahr 2024 scheinen aber noch in Ordnung zu sein. Zusätzlich kann ich dann im März nochmal einen Vergleich des ersten Quartals mit den Werten aus meiner Gasabrechnung machen.
Im letzten Bericht hatte ich noch den Temperaturverlauf aus dem letzten Jahr mit den Daten von der Wetterseite gezeigt. Leider gibt es für den Februar 2024 wohl ein Problem. Es werden leider keine Werte für den Zeitraum dargestellt. Daher habe ich eine Grafana-Auswertung mit meinen selbst gemessenen Werten erstellt. Wie man sieht, war der Februar in letzen Jahr deutlich höher. Es gab quasi keinen Tag, der Werte unter 0 Grad Celsius hatte. Damit sollte der Gasverbrauch im Februar 2024 deutlich niedriger sein, als die diesjährige Wärmeenergie.

Die folgende Grafik zeigt den Verlauf des Gasverbrauchs – umgerechnet in kWh – im Februar. Die Werte lagen zwischen ca. 60kWh und ca. 100kWh pro Tag. Insgesamt hatten wir mit der Gasheizung im Februar 2024 einen Verbrauch von 2.357kWh. Unter Berücksichtigung des angenommenen Wirkungsgrads wären dies 2.481kWh Wärmeenergie.

Überblick und Gesamtauswertung für den Februar
Der Februar war nun quasi der erste Monat für eine reguläre Auswertung. Diverse kleinere Test haben die Zahlen vielleicht noch ein wenig verfälscht, sollten aber nicht wirklich größere Auswirkungen haben. Bereits im letzten Monat habe ich festgestellt, dass die Wärmeenergie in etwa den Werten unserer Gasheizung entsprechen. Das bedeutet, dass sich an der notwendigen Wärmeenergie für unser Haus nicht wesentlich etwas verändert hat. Damit wird der theoretische Vergleich der Verbrauchsdaten einigermaßen passen, wenn ich die Zahlen der Wärmepumpe mit der Gasheizung vergleiche.
Auswertung der Wärmepumpen Kennzahlen im Februar 2025
Energieerzeugung / Stromverbrauch | Heizung | Warmwasser | Gesamt |
---|---|---|---|
Erzeugte Energie | 2.621 kWh | 173 kWh | 2.794 kWh |
Stromverbrauch Kompressor | 802 kWh | 72 kWh | 874 kWh |
Stromverbrauch Heizstab | 0 kWh | 0 kWh | 0 kWh |
Gesamtverbrauch | 802 kWh | 72 kWh | 874 kWh |
Netzbezug | 752 kWh | ||
PV-Anteil | 122 kWh | ||
COP | 3,27 | 2,40 | 3,20 |
Für die Kostenermittlung habe ich im Februar einen Durchschnittsstrompreis von 32,37ct pro kWh ermittelt. Berücksichtigt sind auch die Grundgebühren sowie die Netzgelterstattung. Diese betrug im Februar 10,09€. Leider waren die dynamischen Strompreise im Februar besonders hoch und haben nicht wirklich Spaß gemacht.
Stromquelle | Verbrauch | Kosten |
---|---|---|
Netzbezug | 752 kWh | 233,30€ |
PV-Strom | 122 kWh | 13,91€ |
Gesamtkosten | 874 kWh | 247,21€ |
Vergleich mit der Gasheizung
Den theoretischen Gasverbrauch berechne ich aus der erzeugten Wärmeenergie der Wärmepumpe und dem Wirkungsgrad der Gasheizung. Den angenommenen Stromverbrauch der Gasheizung verteile ich gleichmäßig auf die Monate. Für den Stromkosten nehme ich den über die Tibber Rechnung ermittelten Brutto Arbeitspreis (also inkl. Berücksichtigung der Grundgebühr) aber ohne die Netzentgelterstattung. Dieser Betrug für Januar 30,71ct.
Verbrauchsart | Verbräuche | Kosten |
---|---|---|
Gasverbrauch | 2481 kWh | 267,28€ |
Stromverbrauch Gasheizung | 25 kWh | 7,68€ |
Gesamtkosten | 274,96€ |
Fazit
Im Februar waren die Kosten der Wärmepumpe gegenüber dem Vergleich mit meiner bisherigen Gasheizung etwa 25€ günstiger. Das ist tatsächlich nicht der Betrag, der meinen Erwartungen entspricht. Ein wesentlicher Grund sind die hohen Strompreise im Februar. Der dynamische Tarif war diesen Winter nicht sehr hilfreich.
Der COP bzw. wie die Monatsarbeitszahl für Februar lag grundsätzlich im Bereich der Erwartungen. Durch den sehr kalten Februar konnten wahrscheinlich auch keine besseren Werte generiert werden. Spannend wird der März werden. Die letzten Tage waren tagsüber quasi schon wie im Sommer, was zu geringeren Gesamtlaufzeiten der Wärmepumpe führten. Im Moment teste ich ein wenig damit, die Wärmepumpe am Tag mit möglichst viel PV-Strom zu versorgen und dafür in der Nacht in einem deutlichen Absenkmodus. Mal sehen, wie sich das in den Zahlen auswirken wird.